Fremdbestimmung

In meinem letzten Beitrag habe ich den Anfang eines Charakters aufgeworfen. Dabei kam ich auf die Idee, jemanden zu kreieren, der etwas studiert und dessen Sinn nicht wirklich erkennt bis er jemandem begegnet, der es toll findet, was er macht.
Wie sieht nun diese Person aus. Zu Beginn ist es jemand, der nur studiert. Er mag sein Studienfach nicht besonders, weil er es doof findet. Er findet es deshalb doof, weil er denkt, dass andere es doof finden könnten bzw. er erwartet, dass es andere doof finden. Hm, aber wenn er es doof findet, wieso studiert er es denn dann? Vielleicht haben ihn seine Eltern dazu überredet. Oder, vielleicht gibt es eine staatliche Stelle, die jedem, der studieren will, einen Studienplatz zuweisen aufgrund seiner Fähigkeiten. Oder vielleicht ist es auch die Universität. Ja, das klingt ganz gut. Es herrscht ein System vor, in dem man sich bei den Unis seiner Wahl bewirbt und dort einen Aufnahmetest machen muss. Man bewirbt sich aber nicht direkt für ein Studienfach, sondern einfach allgemein an der Uni. Der Aufnahmetest ist sehr allgemein und er dient dazu, die Stärken von potenziellen Studenten zu identifizieren. Dann entscheidet die Uni, ob sie denjenigen aufnehmen will und für welches Studienfach. Der Bewerber erhält dann entweder eine Absage oder eine Zusage für ein bestimmtes Studienfach. Nun kann der Bewerber sich zwar entscheiden, ob er das Angebot annimmt oder nicht, aber im Zweifel ist es in dem System, in dem er lebt, wichtiger an welcher Uni er studiert hat als was er studiert hat. Unser Charakter hat sich also an einer sehr guten Uni beworben und ist in einem Fach angenommen worden, von dem die Uni denkt, dass er das gut kann. Das war halt ein Studienfach, das er selbst als eher fad ansah bzw. wie schon oben erwähnt denkt, dass alle es als ein fades Studienfach ansehen…
So jetzt hab ich schon die ganze Zeit von “er” gesprochen. Es war eigentlich nicht meine Absicht, der Person schon ein Geschlecht zuzuordnen, aber scheinbar gab es in meinem Gedankenfluss schon so etwas wie einen Freud’schen Versprecher. Also bleibe ich jetzt auch beim er. Ich hab auch schon einen Namen: Jan.

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